mit Blick auf den Tuxer Gletscher PDF Drucken E-Mail

 

Sehr geehrte Gäste der *** Alten Stube ***

 

Wir, Antonia und Hermann sind beides qualifizierte Bergwanderführer und zertifizierte Naturführer des Landes Tirols und gestalten unsere Führungen nach den Kriterien unserer Ausbildung durch den Tiroler Bergsportführerverband und NATOPIA.

Texte über die Junsalm und die Sage der * Gefrorenen Wand * wurden aus den Büchern
Zaubervolles Zillertal * Sagen und Fakten * von Dr. Michael Unterwurzacher
und dem Buch * Tiroler Almen * von Eva Lechner und Reinhard Hölzl entnommen.

 

 

Grübelspitze - Steinkasern

Ausgangspunkt ist die Eggalmbahn Bergstation

über eine sanft ansteigende Forststrasse wandern wir zur Bergstation Baillift.
auf diesem Teilabschnitt erfahren Sie vieles über die Vegetation von Bergwiesen
aber auch Spezielles über die nivalen Bergbereiche und dem Lebensraum der Rauhfußhühner.
Rehwild und Gams geben sich hier ebenso ein Stelldichein wie
Fuchs, Marder und Murmeltier.

Leicht ansteigend geht es zu unserem höchsten Punkt , der Grübelspitze.  Vor uns das Dreigestirn der Tuxer Alpen, Olperer, Gefrorene Wand ( Sommerschigebiet ) und Hoher Riffler.

Von der Grübelspitze geht es über das Zilljöchl zu den Bächen oberhalb der Junsalm wo wir uns mit den Themen Jagd und * Wunder der Natur - wenn sich Silikat und Kalk ein Stelldichein geben *, auseinandersetzen.
Das letzte Teilstück bringt uns durch Latschenfelder und Grünerlenbestände zum Herz der Junsalm Steinkasern.

Einer der besten Bergkäse wird hier hergestellt und im Gebirgsbach dreht sich das Butterfass.

 

Steinkasern eine Paradealm !

Auf 1985 m Meereshöhe und einer Größe von  840 ha weiden von Anfang Juni bis Ende September
115 Kühe,  90 Galt- und Jungrinder, 40 Schafe, 18 Ziegen und 25 Schweine.

1988 haben die Junsberger Bauern ein Kraftwerk  mit 35 KW Leistung zur Bedienung der Jausenstation,
4 Melkmaschinen  sowie der privaten Almhütten errichtet.

Auf der Junsalm wird demonstriert, was mit ausgeprägter Konsequenz und bei gemeinsamen Vorgehen machbar ist. Erhaltungskosten und notwendige Investitionen werden aus der Gastronomie, der Produktvermarktung und der Verpachtung der Eigenjagd abgedeckt.

Gegen 10 Uhr feuert Käsemeister Rahm  seinen 1000 lt. fassenden Käsekessel an.

140 Tonnen Sommermilch – das sind 1200 lt. pro Kuh in 120 Tagen Almzeit bedeuten 390 Berg- und Tilister Käselaibe mit einem Gewicht zwischen
30 und 40 kg sowie ca. 1500 kg Butter.

Die gewonnene Buttermilch wirkt auf manchen  Wanderer im wahrsten Sinne des Wortes * entschlackend *

Wenn der Almmeister kommt, haftet noch etwas starker Geruch aus dem Schweinestall an Ihm.
Er ist dafür zuständig, dass seine 25 Ferkel jeden Morgen ihren notwendigen Auslauf bekommen, danach stürmen sie Arschbacke an Arschbacke die Futtertröge um sich später saumäßig wohl in den Schlammlacken zu suhlen.

 

 

 Die    ***  Gefrorene Wand ***

Die Gegend, wo sich die * Gefrorene Wand * heute befindet, war in der Urzeit eine große, blühende Alpe gewesen, voll edler und würziger Kräuter.

Am fruchtbarsten sind die Böden, die sich auf Kalkphylliten und Kalkglimmerschiefern gebildet haben wie  z.B in Tux

Milch und Butter waren dort so reichlich, süß und schmackhaft, wie sie heute nicht mehr zu bekommen sind.
Das Alpenvolk schwelgte in Übermut, ward gottvergessen und trieb argen Frevel mit der lieben Gottesgabe.
Aus Butter wurden Kegel geformt, und Kugeln aus Butter gewalzt.  Bald jedoch strafte der Herr derart sündhaftes Spiel:
ein  eisiger Odem blies als Sturm von oben herab, augenblicklich verdorrten die Alpenblumen, sie waren für immer gestorben, und aus den Buttermassen wurde Eis – die *** Gefrorene Wand ***. 

Neben der moralischen Bedeutung dieser Sage deutet sie auch auf sich verändernde und verschlechternde Klimabedingungen hin.
Almen, die einst schöne, grüne Kuhhimmel waren, wurden zu Eiswüsten.

Während bis etwa 1250 ( mittelalterliches Klimaoptimum ) sehr günstige Bedingungen für die Landwirtschaft herrschten, trat dann eine Phase mit generell niedrigen Temperaturen ein.

Eine weitere Klimaverschlechterung mit deutlich sinkenden Temperaturen setzte dann Mitte des 16 Jhdt. ein und dauerte bis ins 19 Jhdt.
Man spricht hier von der kleinen Eiszeit. ca. 1500 - 1850
 

Zuvor noch genutzte Almen wurden wurden zum Teil von vorrückenden Gletschern überflossen und waren wesentlich länger schneebedeckt.
Melk- oder Sennalmen mussten in Jungviehalmen umgewandelt werden, auf  höheren Almen konnten – wenn überhaupt – nur noch Schafe weiden.
 
Hochgelegene Höfe und Dauersiedlungen wurden verlassen und vielfach in Almen und Asten umgewandelt.
 

 


Designed By Nikolaus Gstinig; © für Fotos: Hermann Muigg - Powered by Joomla!.